Steuern und Kryptowährungen in Österreich: Die wichtigsten Punkte
4/3/20262 min read
Steuern und Kryptowährungen in Österreich: Die wichtigsten Punkte
In Österreich hat sich seit der großen Reform vor einigen Jahren viel getan. Kryptowährungen werden steuerlich mittlerweile fast wie Aktien behandelt. Das macht vieles klarer, bringt aber auch neue Regeln mit sich. Wir haben die essenziellen Fakten zusammengefasst, damit du beim nächsten Kassensturz keine bösen Überraschungen erlebt.
1. Der Steuersatz: Wie viel knapst der Staat ab?
Für die meisten privaten Anleger gilt in Österreich der **Sondersteuersatz von 27,5 %*auf Gewinne. Das bedeutet: Wenn du mit Gewinn verkaufst, gehört ein Teil dem Finanzamt.
Die gute Nachricht:*du zahlst nur Steuern auf den reinen Gewinn, nicht auf den gesamten Verkaufserlös.
Wann wird gezahlt?*Erst wenn du deine Kryptos in „echtes“ Geld (Euro, Dollar etc.) tauscht oder damit direkt Waren oder Dienstleistungen bezahlst.
2. Der „Krypto-zu-Krypto“ Tausch: der Joker
Das ist wohl der größte Vorteil im aktuellen System: Wenn du beispielsweise Bitcoin gegen Ethereum tauscht, ist dieser Vorgang steuerfrei.
Der steuerliche Wert deines alten Assets wird einfach auf das neue übertragen.
Steuern fallen erst an, wenn du die Kette verlässt und zurück in Euro (Fiat) gehst.
3. Altbestand vs. Neubestand
Hier trennt sich die Spreu vom Weizen. Es kommt entscheidend darauf an, wann du die Coins gekauft hast:
Altbestand (Kauf vor dem 1. März 2021):*Diese Coins fallen unter die alten Regeln. Wenn du sie länger als ein Jahr gehalten hast, sind Gewinne beim Verkauf heute komplett steuerfrei.
Neubestand (Kauf ab dem 1. März 2021):*Hier gibt es keine Haltefrist mehr. Egal wie lange du wartest: Beim Verkauf fallen 27,5 % Steuer an.
4. Staking, Airdrops und Co.
Erhälst du zusätzliche Coins durch das Netzwerk, sieht das Finanzamt das heute recht entspannt:
Staking & Airdrops:*Der Erhalt der Coins wird meist mit **0 Euro Anschaffungskosten*angesetzt. Du zahlst also beim reinen Erhalt noch keine Steuer.
Erst wenn du diese „geschenkten“ oder erarbeiteten Coins später verkaufst, versteuerst du den gesamten Erlös mit 27,5 %.
5. Vorsicht bei Futures und Margin-Trading
Hier lauert eine Falle! Wenn du mit **Hebeln (Futures, Derivaten)*handelst, greift oft nicht der fixe Satz von 27,5 %, sondern dein **progressiver Einkommensteuersatz*(der bis zu 55 % betragen kann). Das liegt daran, dass diese Produkte oft rechtlich nicht als „echte“ Kryptowährungen eingestuft werden.
6. Die neue Meldepflicht (DAC8)
Seit Anfang 2026 ist die Transparenz massiv gestiegen. Durch die EU-Richtlinie **DAC8*melden Börsen Daten und Umsätze automatisch an das österreichische Finanzamt. Wir raten daher dringend dazu, von Anfang an sauber zu dokumentieren.
Unser Experten-Tipp:
Wir empfehlen dringend die Nutzung eines Krypto-Steuer-Tools. Bei vielen Transaktionen verliert man manuell sofort den Überblick. Diese Tools erstellen auf Knopfdruck einen fertigen Bericht, den du direkt für eure Steuererklärung verwenden kannst.
Wichtig:! Dieser Beitrag dient der allgemeinen Information und ersetzt keine individuelle Steuerberatung. Da jeder Fall (besonders bei gewerblicher Tätigkeit) anders liegt, lohnt sich im Zweifel ein Gespräch mit einem spezialisierten Steuerberater.
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